Französisch schon im Kindergarten

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!“ Dieses typisch deutsche Sprichwort trifft zwar beim Fremdsprachenlernen nicht zu 100% zu (schließlich kann man auch mit 30 noch Französisch lernen!), aber dennoch ist nicht zu verleugnen, dass im frühen Alter das Fremdsprachenlernen wesentlich einfacher ist als später. So fordern immer mehr Pädagogen die frühere Einführung der Fremdsprache und zwar nicht nur die „lingua franca“, nämlich Englisch, sondern auch Französisch.

In Deutschland gibt es bereits mehrere bilinguale Kindergärten, bei denen französische Muttersprachler die Gruppen leiten. Hier wird kindgerechtes Französischlernen Groß geschrieben: Mit Mimik, Gestik, vollem Körpereinsatz und natürlich mit Liedern und Reimen lernt der Nachwuchs hier die wunderschöne Sprache. Viele denken an ihren eigenen Kindergartenbesuch zurück: Und denken hierbei an Plätzchen, Klettergerüste, die Schaukel und an Kindergeschichten. Dennoch haben sich pädagogische Zielvorstellungen in den letzten Jahren dahingehend verändert, dass man den Kindern heutzutage viel mehr zutraut.

Im Zuge von G8, also der Einführung des Abiturs in 12 Jahren, bleibt den Kindern schließlich kaum etwas anderes übrig, als noch früher mit dem Fremdsprachenunterricht zu beginnen. Wichtig ist auch, dass der Grundstein der Fremdsprache nicht nur auf kognitiver Ebene sondern auch motivational wirkt: Kinder sollen auf spielerische, „leichte“ Art mit der französischen Sprache in Berührung kommen. Auch interkulturelle Erfahrungen, die einhergehen mit Perspektivenwechsel, Empathie und Fremdverstehen, sollen beim bilingualen Unterricht im Kindergarten nicht zu kurz kommen.

Das heißt aber nicht, dass der Spielcharakter des Kindergartens, der zum Beispiel durch die Spielturm Schaukel seit eh und je hervorgerufen wird, zu kurz kommen soll! Es gehr vielmehr um die Verbindung von Spielen und Lernen, was in der Regel bei den Kleinen super ankommt.

Hinsichtlich der Inhalte bietet es sich an auf die Erfahrungswelt der Kinder zurückzugreifen. So ist die Einführung der Vokabeln von beispielsweise Tieren, Gegenständen oder alltäglichen Dingen (Gabel, Messer) zu empfehlen. Es soll stets im Kontext gelernt werden, orientiert am sprachlichen Vorbild des Muttersprachlers. Die Angst vor dem Fremden wird den Kindern auf spielerische Weise genommen, was für ihre weitere schulische Laufbahn nur von Vorteil sein kann. Denn wer Angst vor etwas hat, lernt bekanntlich ja bedeutend langsamer und schlechter.